Mittwoch, 16. März 2011

back to normal - Zukunft Bio?

Nach einem kleinen Kleinstadtkoller nach der Reise durch Hamburg und Berlin, läuft der Alltag nun wieder seinen gewohnten Gang und auch die Mahlzeiten sind wieder etwas weniger fancy.

Mein Mann und ich haben übrigens beschlossen ab jetzt, wann immer es möglich ist, Bio- und Fairtrade-Produkte zu kaufen. Man sollte die eigene Verantwortung als Konsument nicht unterschätzen. Klar, es ist etwas teurer, aber dafür tut man sich selbst und der Umwelt was Gutes. Zudem ist es wirklich schrecklich, wie große Konzerne und gerade Discounter oft ihre Zulieferer unter Druck setzen und so dafür sorgen, dass teilweise zu Hungerlöhnen in Drittweltländern produziert wird und alles nur, weil die Käufer niedrige Preise verlangen. Die Nachfrage regelt hier, wie so oft, eben das Angebot. Das möchten wir einfach nicht länger unterstützen.
Als Studenten mussten wir auf's Geld achten und konnten uns das nicht leisten, aber mittlerweile verdienen wir eben beide und möchten mit dieser erhöhten Kaufkraft nun auch sorgsam umgehen.
Und ich glaube ja auch, dass Biolebensmittel, besonders frisches Obst und Gemüse, viel besser und länger satt machen, weil die Nährstoffdichte viel höher ist. Man muss lange nicht so viel essen, um seine Bedürfnisse zu stillen. Das ist bis jetzt bloß Theorie, aber ich werde mich in den nächsten Wochen mal genauer beobachten und hoffe, dass sich diese Annahme auch bewahrheitet.

Aber bitte jetzt nicht jedesmal aufschreiben, wenn man was nicht bio ist. Wir stellen zum einen langsam um und brauchen die restlichen Lebensmittel natürlich auf, außerdem werden wir sicherlich auch in Zukunft noch das ein oder andere Lebensmittel kaufen das nicht bio ist. Aber wie gesagt: so wenig wie möglich.
Ich werde einfach versuchen ab jetzt immer dazuzuschreiben wenn etwas bio ist.

Gestern gab's Vollkorn-Spaghetti mit Basilikum-Tomatensoße , laut dieser Liste zwar vegan, wird aber aus oben genannten Gründen nicht nachgekauft. Die Soße habe ich noch mit Sonnenblumenkernen, Räuchertofu und Kürbiskernöl gepimpt.



Heute Mittag habe ich Vollkornfarfalle mit Gemüse gekocht.
Die gemüsepfanne bestand aus einer Zucchini, einer gelben Paprika, drei Tomaten, Sojasprossen, Räuchertofu, Sonnenblumenkernen und Sojacousine. Alles Bio. :-)


Neulich haben wir beim Inter Essen bestellt und dort hab ich auch eine Packung Mangosaft bestellt. Heute gab es dann so eine Art einfachen Mango-Lassi aus (Bio) Sojajoghurt und Mangosaft. Lecker.

Kommentare:

Franzi hat gesagt…

Sehr gute Entscheidung :-)

Wir leben auch schon längere Zeit "bio", bei Obst und Gemüse setzen wir sogar eher auf demeter.

Man geht bewusster mit sich und den Lebensmitteln um, Bio ist eben nicht nur essen, Bio ist auch eine Lebenseinstellung. :-)
Von daher hast du völlig Recht damit wenn du sagst "es macht länger satt". Man isst einfach wieder bewusster und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Viel Spaß bei der Umstellung :)

Mneme hat gesagt…

Mhhhh, Mango Lassi... :)

Ich finde eure Entscheidung auch super. Nach ein paar Wochen muss ich nun sagen, dass ich Bio oft gar nicht nennenswert teurer finde. Ein bisschen vielleicht, aber es geht noch. Fair Trade ist hingegen um einiges kostspieliger. Zuerst war ich gechockt, aber dann habe ich mir gedacht, dass das der Preis ist, den das Produkt eigentlich wirklich haben sollte. Schlucken musste ich trotzdem.

xSharonx hat gesagt…

Finde ich auch toll, dass ihr euch dazu entschieden habt! :) Ich würde am liebsten auch nur noch Bio und Fairtrade Produkte kaufen und tue das größtenteils auch, aber leider geht das mit meinem kleinen Azubi-Gehalt nicht immer so einfach. Was aber wiederum gut ist, da man sich dann tatsächlich auf das wichtigste beschränkt und nicht mehr so oft blind einkauft.

moeri hat gesagt…

Finde ich definitiv gut =) Vor Allem wird es sicher eurer Gesundheit zu Gute kommen! Ich kaufe auch ab und an Bio, zum Beispiel Bananen. Ich frage mich, ob es einen großen Unterschied macht, ob ich die Biosachen beim Netto kaufe oder in einem speziellen Bioladen (der wäre bei mir nämlich ca. 20 km entfernt im Gegensatz zu Netto). Würdest du die Fair Trade Schokolade und den FT Zucker bei Lidl kaufen? Ich tue das nämlich, FT müsste doch überall ähnlich sein, oder? :) Ich hoffe es jedenfalls. Ich bin außerdem sowieso der Meinung, dass wir mit niedrigen Preisen "verwöhnt" sind, im Gegensatz zu z.B. Dänemark. Liebe Grüße! Miri

life is just this hat gesagt…

hallo liebe birdie,
ich bin glücklich über diesen artikel. zugegeben, ich gehöre ja nun auch eher zur gruppe "nur weil ich vegan lebe, erwarte ich das nicht gleich vom rest der welt", aber trotzdem finde ich eure entscheidung absolut super.
denn wie du schon richtig über die macht des konsumenten schreibst, im grunde ist das doch der einzige weg, die welt ein wenig zu verändern. wir käufer haben macht - wenigstens übers portemonai - und sollten sie auch nutzen. leider kann auch ich nicht immer die bioprodukte aus dem superbiomarkt kaufen, aber auch in diversen drogeriemärkten gibt es schon bioprodukte, um deren konventionellen gegenstücke ich mittlerweile einen bogen mache.

natürlich sind wir ganz schön geschädigt, was das preisverhalten angeht. wir sind günstige preise gewöhnt, haben oft selbst nicht viel geld in der tasche (studenten, schüler, arbeitslos, großfamilien mit nur einem verdiener etc.), aber ich denke, wenn wir wieder lernen, dass uns unser essen und unser körper auch was wert sind und wir nicht nur billig kaufen, dann wird vielleicht auch die wegwerfgesellschaft etwas geringer wird... weil ist ja dann zu teuer zum einfach wegschmeißen.

ich wünsche euch eine schöne zeit und leckere ideen im rahmen des normalen (bio)essen,
danke für die eingebung ;)

Birdie hat gesagt…

Vielen Dank für eure Kommentare.
Wir versuchen tatsächlich auch hauptsächlich beim Bioladen einkaufen zu gehen, da bekommt man dann auch gleich alles in Bio. Supermärkte und Discounter haben zwar auch Bioprodukte, aber ja leider nicht alles in Bio. Und um in mehrere Geschäfte zu fahren fehlt uns dann leider die Zeit. Das wäre sicherlich das beste.
Wobei ich gar nichts darüber weiß, wie das bei den Discounter-Bioprodukten aussieht. Werden die Zulieferer da nicht unter Druck gesetzt? Irgendwie bezweifle ich das, denn die Bioprodukte sind bei den Discountern ja auch billiger als im Bioladen und irgendwo müssen die das Geld ja einsparen, bestimmt nicht bei ihrem Gewinn. ;-)

Aber ich finde es ist echt schwer sich immer absolut korrekt zu verhalten. Aber wenn man versucht es so gut wie möglich zu machen, soweit man es sich eben leisten kann, dann ist das doch auch schon toll!

Das ist doch wie beim Verzehr von Tierprodukten. Klar, wenn alle Menschen vegan wären, das wäre schon toll. Aber trotzdem ist es doch einfach nur grandios, dass meine Mutter jetzt für ihr Brathähnchen extra Kilometerweit zu einem Biohof fährt, weil sie die konventionellen Hühner nicht mehr essen mag. Wenn alle menschen sich so verhielten wäre unsere Welt auch schon viel besser. Da gehe ich dann doch nicht hin und hebe meinen Finger und sage "Ja aber", sondern ich sage "Hey super" und versuche bei nächster Gelegenheit weiter Informationen über die Tierhaltung in Gespräche einzustreuen.

Jetzt fällt mir übrigens auf, dass ich bezüglich der Discounter-Bioprodukte irgendwie genau "Ja aber" gesagt habe. Ups. Aber ihr wisst ja, wie ich das meine.

Green-Cat hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass irgendwer argwöhnisch all deine Zutaten auf "bio" und "fairtrade" prüft, also keine Sorge! :D Wichtig und gut ist, dass überhaupt mehr Fairtrade- und Biowaren gekauft werden. Bei mir ist auch nicht wirklich alles vom Biomarkt, aber ich kaufe z.B. frisches gerne vom Bioland-Stand auf dem Wochenmarkt, dann gibts ja auch dieses Ökokistensystem in Deutschland, von dem man sich beliefern lassen kann etc. (- was nicht mal soooo teuer ist, vorausgesetzt man ist generell nicht der Typ Mensch, bei dem Frischware im Kühlschrank vergammelt. Und das ist bei Veganern wohl eh nicht so das Problem.) Neulich habe ich sogar hier im Weltladen gesehen, dass Fairtrade Kokosmilch in Bioqualität nur 15 Cent teurer ist als die von dm. Bislang hat sich der Biolebensmittelkauf zwar schon ein bisschen auf den Kontostand ausgewirkt, aber nicht so schlimm wie ich dachte. :-) Bei fairen Textilien ist es schwieriger, da wesentlich teurer! Trotzdem: Ich kann dir zumindest im Bezug auf Lebensmittel also Mut machen und aufmunternd sagen: Weiter so! :-)
Liebe Grüße!

Birdie hat gesagt…

@Green-Cat: Das mit der Ökokiste hab ich auch schon überlegt. Eine Kollegin hat die bestellt und will mir demnächst mal Infos mitbringen. Ich hatte überlegt erstmal die kleinste Kiste zu bestellen, mein Mann ist ja mittags auf der Arbeit. Und auch nur eine Obst und Gemüsekiste und nicht noch Aufstriche etc. dazu. Die kann ich nämlich auch beim Monatseinkauf kaufen, die haten sich ja ungeöffnet lange. Nur mit frischem Obst udn gemüse ist es oft ein problem bei uns, da wir einfach viel zu selten zum einkaufen kommen. Da ist liefern lassen echt net tolle Idee.

fitundgluecklich hat gesagt…

tolle sache!! wir versuchen auch einiges bio zu kaufen, alles haben wir bisher noch nicht geschafft, aber kleine schritte in die richtige richtung...

Blumenmond hat gesagt…

Genau der richtige Schritt. Konventionell kaufe ich gar nicht mehr ein. Und Bio auch nur im Biomarkt, da ich den Siegeln bei den Discountern nicht traue. Das Biosiegel ist viel zu "aufgeweicht" und ich gehe einfach mal davon aus, dass im Discountbereich alles ausgereizt wird, was eben geht. Dann lieber Demeter oder Bioland mit den Richtlinien, die strenger sind als das Bio Siegel. Und bestimmte Artikel wie Schokolade, Kaffee, Kakao etc. kommen mir ohne FairTrade nicht mehr ins Haus. Mir würde es im Halse stecken bleiben. Das Vergessen wird uns zu leicht gemacht aber wenn ich es irgendwie durch Information und Wissen einrichten kann, möchte ich mit meinem Konsumverhalten dazu dienen, dass andere auch ihr Brot haben und nicht Kinderarbeit/DumpingLöhne etc. unterstützen.

Also volle Zustimmung - wir haben es in der Hand.

Biokiste hab ich schon seit ca. 8 Jahren - immer noch mit viel Spaß. Man wird halt manchmal zu Lebensmitteln "gezwungen", die man sich sonst nicht kaufen würde - ich hab viel gelernt und freue mich heute z.B. über Schwarzwurzeln, die ich ansonsten nicht angefasst hätte.

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