Donnerstag, 28. April 2011

Essen wie Alicia Silverstone

Ich stehe ja total auf das Buch "The Kind Diet" von Alicia Silverstone, so sehr, dass ich es mir nun auch in deutsch gekauft habe. Hier ist der Titel "Meine Rezepte für eine bessere Welt" nicht ganz so einprägsam, aber der Innhalt ist ja der gleiche. Ich habe es mir hauptsächlich deshalb auf deutsch gekauft, weil es mir so umständlich ist nach amerikanischen Rezepten zu kochen und zu backen.

Und bei der Gelegenheit habe ich das Buch nun nochmal durchgelesen und bin wieder ganz begeistert. Es war irgendwie etwas in Vergessenheit geraten.
In dem Buch erzählt Alicia von ihrer makrobiotisch-veganen Ernährung und ihrer Vision mit einer veganen Lebensweise die Welt zu retten. Der manchmal etwas aufdringliche Schreibstil, der meiner Meinung nach aber einfach typisch amerikanisch ist, könnte einen manchmal stören, aber da kann man ja auch ob der guten Inhalte drüber hinweglesen.
In dem Buch finden sich viele vegane Rezepte und sogenannte "Superhero"-Rezepte. Ein Superhero (Superheld) ist man laut Alicia dann, wenn man nicht nur vegan isst, sondern auch noch ungesunde Sachen wie Zucker, Weißmehlprodukte etc. aus seinem Nahrungsplan streicht und statt dessen öfter Algen, Umeboshi, Miso und andere Zutaten der japanisch-makrobiotischen Küche verwendet.
Ich muss gestehen, das Konzept der Makrobiotik habe ich noch nicht ganz durchschaut und ich stolpere insbesondere über die leicht esoterischen Inhalte dieser Lebensweise. Aber die Idee, dass die Ernährung auf ganzem Getreide basieren sollte, man dies mit frischem Gemüse und Proteinen ergänzt, finde ich gut und ich habe mir vorgenommen möglichst oft so zu essen.
Immer japanisch/makrobiotisch schaffe ich nicht, ich brauch auch mal einen anderen Geschmack, außerdem müssen wir Europäer auch darauf achten, dass unsere Schilddrüsen nicht, so wie die der Japaner, an so viel stark iodhaltige Kost gewöhnt sind.
Aber wie gesagt, die Grundsätze: möglichst wenig Zucker und Weißmehlprodukte, möglichst viel ganzes Getreide, öfter mal sowas wie Umeboshi, Algen und Miso möchte ich in Zukunft beherzigen. Und ich bin schon ganz gespannt wie es mir damit geht. Ich hoffe natürlich auch damit (und mit regelmäßigem Laufen) das ein oder andere Kilo zu verlieren. 10 wären schön, um genau zu sein, aber bitte ohne Stress und mit leckerem Essen. :-)

Gestern bin ich dann mal wieder im Bioladen einkaufen gegangen und habe mich mit einigen der (sündhaft teuren) bio-asia-Lebensmitteln eingedeckt: Umeboshi-Pflaumen, Umeboshi-Paste, Algen, Miso-Paste, Miso-Instantsuppe. Dann noch: Quinoa, Bohnen, Kichererbsen, etc.
Zum Frühstück gabs dann Quinoa mit Birne etwas Erdnussmus, Hafermilch und Agavensirup.

Und zum Mittag gab es eine Suppe, inspiriert von Alicias tollen Rezepten:

Zutaten:
- Räuchertofu
- Rettich
- Zucchini (ist glaub ich nicht makrobiotisch)
- Kohlrabi
- Kohlrabiblätter
- Kichererbsen
- Azuki-Bohnen
- Wakame Algen
- Umeboshi-Paste
- Miso-Paste
- Shoyu Sojasoße
- Koreanderblätter
- Vollkornreis

Zubereitung:
Kichererbsen und Azuki-Bohnen über Nacht in getrennten Schüsseln in viel Wasser einweichen. Die Kichererbsen am nächsten Tag 90 min kochen, die Bohnen 30 min.
Vollkornreis kochen.
Räuchertofu und Gemüse in kleine Stücke schneiden und in etwas Öl scharf anbraten. Dann Wasser hinzugeben, so dass eine Suppe entsteht. Das ganze kurz köcheln lassen, Kichererbsen, Bohnen und Algen (vorher kurz Waschen, Achtung: die meisten getrockneten Algen werden sehr viel größer im gequollenen Zustand) zugeben. 1 TL Umeboshi-Paste (oder eine klein geschnittene Umeboshi-Pflaume) und 2 TL Miso-Paste zugeben und gut einrühren. Einige Minuten ziehen lassen.

Suppe in Suppentassen füllen. Der Reis, die Koreanderblätter und die Sojasoße auf den Tisch stellen, so dass jeder nach belieben seine Suppe damit verfeinern kann.
Man könnte drüber nachdenken auch die Algen extra zu servieren, die schmecken schon sehr intensiv und sind nicht jedermanns Sache.


Und als Nachtisch habe ich ein Stück Mochi angebraten (von beiden Seiten, bis es aufquillt und braun wird) und Agavensirup drüber gegeben. Ohne Sirup schmeckt das Reisküchlein eigentlich nach nichts. Man kann es daher auch in herzhaften Speisen verwenden. (Beispielsweise hätte man Mochi-Würfelchen mit in die Suppe geben können)
Ist sicher Geschmackssache, aber ich steh drauf!


(Alles was ich in Zukunft nach Alicia Silverstones Kind Diet kochen werde, wird unter dem Label "Superhero Food" zu finden sein)

Kommentare:

C hat gesagt…

Der deutsche Titel ist ja grauenhaft, lach! Aber dein Mochi sieht sehr lecker aus!!!

Birdie hat gesagt…

Das ist er wirklich! Ich verstehe auch nicht wieso wir Deutschen immer alles verschlimmbessern müssen beim Übersetzen! :-)

Anonym hat gesagt…

Oh, mal wieder was Neues (neue Zutaten) gelernt. Dein Blog ist wirklich toll! Ich bin mal gespannt, wie du diese Art der Ernährung findest. Glaubst du wirklich, man kann sich schlank essen? Ich finde den Ansatz interessant. Bei mir hilft nur Verzicht und ein knallhartes Sportprogramm.

Birdie hat gesagt…

@Anonym: Ich hoffe das man sich schlank essen kann. Für mich macht das jedenfalls Sinn. Zudem gehe ich derzeit auch mindestens dreimal die Woche Laufen, ohne Sport kann man meiner Meinung nach nicht abnehmen, jedenfalls nicht gesund.

Jane hat gesagt…

Ah ich mochte das Buch auch, sehr sympathisch! Und wie hat dein Vorsatz, öfter mal wie ein Superhero zu essen, funktioniert? Ich hab mir das auch vorgenommen, zumal ich endlich die meisten Zutaten zusammen habe (außer Daikon, wo bekommt man das denn?) Für den Winter erscheint mir das extrem passend, so mit Suppe oder Porridge zum Frühstück..

Birdie hat gesagt…

Naja, irgendwie war das dann doch eher so eine Phase. Also wirklich wie ein Superhero esse ich nicht ständig. Viele Rezepte sind doch sehr asiatisch, das schmeckt mir zwar, aber eben nicht immer. Aber jetzt wo du mich wieder dran erinnerst, denke ich, ich sollte mal wieder ein superhero-Essen kochen. Gut finde ich allerdings diesen Reinigungstee mit Umeboshi-Pflaumen und ein bisschen Shoyu, danach fühle ich mich immer richtig gut!
Daikon ist eine Rettich-Art, die habe ich hier auch noch nicht bekommen. Vielleicht im Asia-Laden? Aber dann hat es keine Bio-Qualität. Ich habe einfach normalen weißen großen rettich genommen. :-)

Jane hat gesagt…

Hm, den hatte ich auch im Auge (also nich wörtlich :)) Hab mich nicht getraut ihn zu kaufen. Schmeckt der?

Birdie hat gesagt…

@Jane: Meinst Du den Rettich oder den Tee?
Also der Rettich schmeckt recht unspannend finde ich, ich wußte dann auch nicht so recht, was ich damit machen soll.
Der Tee schmeckt sehr gewöhnungsbedürftig, weniger wie Tee, eher wie eine salzige Suppe. Aber wenn man sich dran gewöhnt hat ist er super, finde ich.

Jane hat gesagt…

Ok, dann versuche ich den Rettich wenigstens mal. Auch wenns kein japanischer ist. :D Die umeboshi-pflaumen und den ume-essig mag ich sehr! Auch die ganzen Algen find ich lecker, muss man da eigentlich Angst haben wegen Verstrahlung? Bei foodwatch steht, dass die Grenzwerte der EU viel zu hoch angesetzt sind...

Birdie hat gesagt…

Also ich achte schon derzeit darauf keine Algen aus Japan zu essen. Ich mag mich da einfach nicht auf die Politiker verlassen. Die haben da ja doch andere Interessen als meine Gesundheit.
Als Europäer sollte man sowieso nicht ganz so viele Algen essen. Die enthalten ja sehr viel Iod und wir vertragen soviel Iod nicht so gut wie die Asiaten.

Jane hat gesagt…

Da hast du recht!

Jane hat gesagt…

Inzwischen hab ich mich durch ein paar Superhero-Rezepte gekocht, vielleicht magst du ja mal schauen:

http://achtungpflanzenfresser.wordpress.com/2012/01/29/my-macro-weekend-pt-i/

und

http://achtungpflanzenfresser.wordpress.com/2012/01/31/my-macro-weekend-pt-ii/

:)

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