Donnerstag, 27. Oktober 2011

Seitan selbermachen - Vegan in Heidelberg

Übers Internet habe ein ein paar andere Veganer in Heidelberg kennengelernt und wir sind gerade dabei eine kleine lokale Gruppe zu gründen. Bisher sind wir erst zu fünft, wir hoffen aber noch auf Zuwachs. Wenn Du also zufällig in Heidelberg oder Umgebung wohnst, vegan lebst und Lust auf eine nette Vegane Gruppe hast, schau doch mal hier vorbei:
Vegan in Heidelberg

Gestern hatten wir ein Treffen unserer kleinen Gruppe bei dem wir Seitan selbst hergestellt haben. Ein gruppenmitglied kennt sich da bestens aus und hat uns andere in die Geheimnisse der Seitanherstellung eingeweiht.
Tatsächlich ist es furchtbar einfach Seitan zu machen, die Zutaten sind günstig und überschaubar und ich hatte einen ähnlichen Aha-Effekt wie hier als ich mich plötzlich fragte, wieso ich das Zeug sonst immer teuer kaufe? Der Einzige Nachteil der mit einfällt ist, dass es etwas Zeit kostet. Alles in Allem haben wir sicherlich 2 Stunden gebraucht. In so netter Gesellschaft wie gestern Abend aber natürlich kein Problem!
Ich habe das Ganze natürlich auch bildlich dokumentiert. Ich bitte die Fotoqualität zu entschuldigen, es war teilweise etwas dunkel und ich musste mit Bltz arbeiten.

Zutaten:
- 1 kg Weißmehl
- 500 ml Wasser
- jede Menge Wasser
Optional zur Weiterverarbeitung:
- Paniermehl
- Gewürze

Zubereitung:

1. Man gibt das Mehl in eine Schüssel und fügt 500ml Wasser hinzu. Dies knetet man, bis ein gleichmäßiger fester Teig entstanden ist.



2. Dieser Teig wird zu einem Klumpen geformt und kann für ca. 1 Stunde im Kühlschrank ruhen, was wir aber aus Zeitgründen weggelassen haben.

3. Den Teigklumpen gibt man in eine Schüssel und befüllt diese (vorsicht, nicht den Wasserstrahl direkt auf den Teig richten!) mit Wasser, so dass der Teig bedeckt ist. Anschließend wird der Teig vorsichtig geknetet.

Beim Kneten löst sich die Stärke im Wasser und langfristig bleibt nur das Eiweiß zurück. Das Wasser sollte dabei immer mal wieder ausgewechselt werden wenn es sehr weiß geworden ist.
Auf dem folgenden Bild sieht man schon die ersten Eiweißklumpen austreten.


Nach langem Kneten (ca. 30 min) sieht der Klumpen dann so aus, fast die ganze Stärke ist rausgewaschen und der Klumpen ist deutlich kleiner:


4. Diesen Klumpen gibt man nun in kochendes Wasser und lässt ihn dort 20 min köcheln. Hierbei vergrößert er sich wieder etwas

5. Anschließend wird der Klumpen in Scheiben geschnitten und diese lässt man nochmals etwas köcheln.

6. Nun wendet man die Scheiben in etwas Paniermehl gemischt mit Gewürzen und brät sie dann an.

Fertig!! Bei uns gab es dazu noch Ofenkartoffeln und Pilze.


Es schmeckt einfach super lecker, wir waren alle total begeistert!
Möglicherweise könnte man den geschmack noch etwas verbessern indem man Gewürze in den Seitanklumpen einarbeitet bevor man ihn kocht.
Ich werde das sicherlich nochmal testen!

Und ich freue mich schon jetzt auf ein neues Treffen mit den tollen Heidelberger Veganern!!
Es ist so schön, euch zu kennen!!

Kommentare:

Hazel-Dazel hat gesagt…

Ich koche den Seitanklumpen immer in kleinen Gläsern oder Tüten, die luft dicht verschlossen sind und dann ins Wasser gelegt werden.

In die Gläser oder Tüten fülle ich dann eine Mariande, in der der Seitan kocht.

Birdie hat gesagt…

Oh, eine super Idee!! Danke!

Anonym hat gesagt…

Hey Birdie,
Deine Fotos überzeugen mehr als 1000 Worte!
Ich wünsche Dir, dass noch viele Leute über Deinen blog zur veganen Ernährung finden, die so einfach und lecker ist!
veganne

Liz hat gesagt…

Huhu!
Also ich nehme für Seitan immer das schon ausgewaschene Gluten (gibts z.B. bei Vegan Wonderland). In den Seitan selbst kommen dann auch noch Gewürze mit rein, Ajvar kann man z.B. auch mit reingeben für ne Paprikanote.

Die Seitanstücke koch ich in einem Sud, entweder so im Topf oder im Kochbeutel (Gefrierbeutel die bis 120°C halten sind gut geeignet) - allerdings nicht nur 20 Minuten, sondern mindestens 1h. Bei dem Zeitaufwand wird dann aber auch meistens Seitan für 10 Leute produziert und eingefroren. :)

Und es schmeckt einfach so viiiel besser als gekauft - vom Preis gar nicht zu reden. ;)

Birdie hat gesagt…

@Veganne: Wie lieb! Ich werde ganz rot! Dankeschön! :-)

@Kiz: Super Tips, vielen Dank! Ich muss mir eure Ratschläge unbedingt aufschreiben. Das mit dem Ajvar klingt lecker.

bananenblatt hat gesagt…

Das ist ja wirklich easy! Ich hab schon sooo lange vor Seitan mal selber zu machen, jetzt wirds wirklich Zeit!

madame. hat gesagt…

Hey,
ich mache meinen Seitan auch immer so wie Liz. Ich tu in meinen Sud immer noch Sojasauce, dann bekommt der Seitan beim Kochen die schicke dunkelbraune Färbung, die er auch im Laden hat :)

Bei veganwonderland.de ist das Gluten auch ziemlich billig, im Laden allerdings ist das echt teuer! Also unbedingt Preise vergleichen ;)
Bis ich das Gluten von veganwonderland entdeckt hab, hab ich auch immer das Mehl gewaschen, die Arbeit spar ich mir jetz :)

lg

Birdie hat gesagt…

Stimmt, bei veganwonderland ist das echt günstig! Wir haben Mehl benutzt weil uns der Preis im Laden ziemlich abgeschreckt hat!

Ich denke dann werde ich bei meiner nächsten Bestellung auch mal etwas Gluten mitbestellen!

Das mit der Sojasoße klingt gut! Wir hatten uns nämlich auch gefragt, wieso das Seitan im Laden so dunkel ist. :-)

Cara hat gesagt…

statt den Seitan zu kochen kann man ihn auch dämpfen (sofern man einen Dämpfaufsatz hat/bastelt), ich finde dann wird er von der Konsistenz besser, dürfte aber Geschmackssache sein :)

Das mit den Gewürzen mach ich auch immer so, ich bastel mir meistens "Förmchen" aus Alu in die ich den Seitan einfülle...

Ullrik hat gesagt…

Hmmm, Seitan :)
Man kann mit den Gewürzen (sowohl im Teig als auch im Kochsud) sehr viel experimentieren! So wie hier zb: http://www.youtube.com/watch?v=qURmF-7O9-k ,werden auch noch Hefeflocken und Kichererbsenmehl im Teig verarbeitet. Ach ich ich glaube ich mach heute Seitan, jetzt hab ich Lust darauf :)

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