Montag, 17. Oktober 2011

Vegan in Frankreich

Dieses Wochenende war ich beruflich in Frankreich. Am Samstag sind wir zweimal essen gegangen, untergekommen bin ich bei französischen Kollegen.
Als ich die Organisatoren im Vorfeld über meine Essensgewohnheiten aufklärte, sagte man mir, dass es in Frankreich sicherlich schwierig werden würde vegan zu essen, vegetarisch wäre wohl schon möglich, aber vegan, das würden die Franzosen nicht kennen.
Na toll, dachte ich mir, das wird ja was werden. Ich stellte mich also darauf ein, ständig meine Essensgewohnheiten erklären zu müssen, auf Unverständnis zu stoßen und immer wieder Käse angeboten zu bekommen.
Tatsächlich war es dann aber alles ganz anders. Schon bei der Ankunft wurde ich von meinen französischen Kollegen gefragt, was ich denn eigentlich genau essen könne (Sie sagten wörtlich: Du isst also eigentlich nichts?). Sie hörten mir interessiert zu und erklärten, dass sie sowieso hauptsächlich bio essen würden, wenig Fleisch und immer Sojamilch im Haus haben. Somit war das Frühstück schonmal gerettet: Es gab Bio-Cornflakes mit Sojamilch und dazu einen leckeren Tee.
Aber auch das Essen im Restaurant war unproblematisch. Unsere französichen Gastgeber hatten im Vorfeld bereits angemeldet, dass eine "végétalienne" dabei sei und etwas entsprechendes zu essen geordert. Besonders einfallsreich waren die Restaurants dann zwar nicht (es fehlen daher auch Essensfotos), es gab mittags einen Gemüseteller mit Kartoffeln und abends eine Gemüsepfanne mit Pilzen, aber immerhin keine Sahnesoßenprobleme, etc. Mir wurde zwar auch das normale Dessert gereicht (Eiscreme), darüber aber haben sich meine Sitznachbarn gefreut.
Ein kleiner Fehler passierte beim Abendessen dennoch, ich fand es aber schon fast wieder niedlich. Wie gesagt, mir wurde eine Gemüsepfanne serviert, das normale Essen war Hähnchenkeule mit Pilzrahmsoße und dazu Karotten, Blumenkohl und Bohnen mit Speck umwickelt. Meine Gemüsepfanne bestand aus einem Häufchen Pilzen, ebenfalls Karotten und Blumenkohl und, witzigerweise, auch aus einem Päckchen Bohnen mit Speck. Aber das habe ich einfach liegen gelassen, der Rest schmeckte auch nicht nach Speck, da die verschiedenen Gemüse nur zusammen angerichtet waren, aber nicht gekocht wurden.

Insgesamt war es ein ganz wundervolles Wochenende mit vielen guten Gesprächen, schönen Spaziergängen und nettem Beisammensitzen. Und, entgegen der Vermutung meiner Kollegen, sind auch in Frankreich Veganer keine Unbekannten, Exoten jedoch dennoch. Aber die Gastfreundschaft der Franzosen und ihr Bemühen mir vegane Mahlzeiten zu ermöglichen war wirklich ganz besonders!

Essensfotos habe ich keine zu bieten, dafür aber zwei schlechte Handsfotos von der Wunderbaren Landschaft auf einem Spaziergang.


Kommentare:

amala hat gesagt…

freut mich für dich, daß es doch so gut geklappt hat. ich hab da leider andere erfahrungen in frankreich gemacht...aber mit ner dose humus und nem baguette bin ich dann doch nicht verhungert ;)

Eva hat gesagt…

Ach, Frankreich ist schon am einfachsten, wenn man selbst kocht :-) Ansonsten kann man Glück oder Pech haben, wie in Deutschland ja auch. Kannst Du französisch? Dann schau Dir vor dem nächsten Besuch mal vg-zone.net an, da gibt es einige Produktbesprechungen, außerdem Berichte über Restaurants (v.a. in Paris) und sowas. Und natürlich gibt es den Paris Vegan Day, aber der ist gerade erst gewesen - nächstes Jahr also wieder.

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