Montag, 26. März 2012

Selbstgemachter Bubble Tea

Es ist zur Zeit der Trend schlechthin: Bubble-Tea. Ausgehend von den Großstädten sprießen in immer mehr Orten Bubble-Tea Läden aus den Böden, so auch hier in Heidelberg. Es herrscht immer riesiger Andrang. Bei Wind und Wetter, aber besonders natürlich jetzt bei dem tollen Sonnenschein findet sich eine lange Schlange hauptsächlich Jugendlicher, die bei lauter Musik in dem quietschbunten In-Laden auf ihr Getränk warten.
Ich habe länger gezögert, bevor ich mir mal einen "Tee" genehmigt habe, denn mir war lange nicht klar, ob das Zeug auch vegan ist. Tatsächlich ist es das aber, wenn man nicht gerade einen Tee mit Milch bestellt.
Wer noch nie Bubble-Tea probiert hat, die Bestellung funktioniert nach folgender Methode:
Zuerst sucht man sich einen Tee aus, dann einen Flavor (hier gibt es die verrücktesten Sorten, alles sehr sehr süß) und als letztes die "Bubbles", hier gibt es die Boba, das sind Saftperlen die im Mund aufplatzen, Tapioka Perlen, gummiartige Perlen aus Tapiokastärke, oder Yelly, eine Gelartige Variante, habe ich selbst noch nicht probiert. Man bekommt eine dicken Strohhalm, durch den man ab und zu einige Perlen mit aufsaugt (für Kleinkinder ist das übrigens gefährlich! Eine Perle in der Luftröhre kann eine Lungenentzündung auslösen!).
Jetzt gibt es neben der lauten Musik und der langen Schlange noch anderes, was mich an dem Bubble Tea stört: Zum einen die Verpackung. Das Getränk wird in großen Plastikbechern abgepackt und mit Folie zugeschweist, ich will gar nicht wissen aus was für Kunststoffen das besteht und wie giftig das ist, ganz zu Schweigen von der Umweltverschmutzung durch den Müll. Dann diese Flavor, das Zeug ist unglaublich süß und enthält sehr viel Zucker, soviel dass manche Bubble-Tea Kombis bis zu 500 kcal haben! Das ist für ein Getränk, das nichtmal satt macht viel zu viel.

Also selbst ist die Frau. Die Bobas herzustellen ist aufwändig und erfordert einige Molekularküchen-Skills, also habe ich mich an die Tapioka-Perlen gewagt. Diese kann man trocken im Asiamarkt kaufen. Bei einem Preis von 2,49 für eine Tüte (250g) auch nicht zu teuer, da spare ich mir auf jeden Fall die Arbeit auch die Perlen noch herzustellen.

Zutaten:
- ca. 70 gTapioka Perlen (die Für Bubble-Tea, am besten im Laden nachfragen)
- ein Topf Wasser
- 100 g Rohrzucker
- 100 ml Wasser
- eine beliebige Sorte Tee (Ich habe einen Beutel Hibiskus, Orange, Pfeffer Tee von Shotimaa verwendet)
- einen Schluck Kokosmilch

Zubereitung:
Eine Tasse Tee aufkochen, ziehen und abkühlen lassen.
Einen Topf mit Wasser zum kochen bringen. Die Tapioka-Perlen in das sprudelnd kochende Wasser geben und ca. 25 Minuten kochen lassen. Anschließend den Topf vom Herd nehmen und die Perlen in dem Topf abgedeckt für weitere 15-20 Minuten ziehen lassen.
Währenddessen 100g Rohrzucker mit 100g Wasser aufkochen und köcheln lassen bis ein Sirup entsteht.
Die Tapiokaperlen abgießen und in den Sirup geben (dann kleben sie nicht zusammen und werden süß).
Nun etwas Kokosmilch und ein paar Löffel Tapioka-Perlen in den Tee geben. Nach Geschmack mit dem überschüssigen Sirup nachsüßen.


In dem Sirup sind die Perlen natürlich super konserviert und lassen sich im Kühlschrank auch ein paar Tage aufbewahren.
Natürlich ist diese Variante auch nicht ganz Kalorienfrei, aber man kann die Zuckermenge ja ungefähr abschätzen.

Die trockenen Tapioka-Perlen, erinnern eher an Kichererbsen.


Die Tapioka-Perlen nach dem Kochen im Sirup.

Kommentare:

Ahnungslose Wissende hat gesagt…

Leider mag ich Tapioka-Perlen nicht :( Dafür stehe ich total auf diese Perlen, die im Mund zerplatzen ;)
Liebe Grüße...

Green-Cat hat gesagt…

Tja, sogar in Trier gibts mittlerweile einen Bubble-Tea Laden... Der ist auch quietschbunt. Zur Musik kann ich nix sagen, war noch nicht drin.
Ich steh ja auf alles, was so ein bisschen gooey ist und will schon ewig mal selbst Matcha-Bubbletea machen. Leider verkauft mein Asialaden keine großen Tapiokaperlen. :-( Aber vielleicht springen sie auch demnächst auf den Trend auf. :)

Homeveganer hat gesagt…

Danke für die Aufklärung! Dieser Trend ist bisher komplett an mir vorbeigezogen :-) Wenn ich lese "unglaublich süß" und "bis zu 500 kcal" habe ich da auch nichts verpasst oder muss ich eventuell doch mal hin???

Blumenmond hat gesagt…

Ich habs schon mehrfach gelesen, konnte mir aber nicht wirklich was drunter vorstellen. Jetzt bin ich schlauer und weiß, dass ich das nicht brauche. :-)

Mausflaus hat gesagt…

ich hab den hype ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden. schmeckt das denn wirlich so viel besser als ein alkoholfreier cocktail, milchshake oder smoothie? ich habs wegen dem vielen zucker noch nicht ausprobiert, vielleicht gibts ja irgendwann ne diät-variante ^^ und zum selbstmachen bin ich natürlich zu faul, toll dass du das mal gemacht hast.
das mit dem plastik ist echt doof, kann man das nicht wenn man es vor ort trinkt auch in nem normalen glas bekommen oder ist der deckel zwingend?

fraujupiter hat gesagt…

Ich war neugierig und probierte den Bubble Tea, als der 1. Laden in Nürnberg eröffnete (mittlerweile gibt es gefühlte 100 Läden). Das Zeug war so süß, das mir nach ein paar Schlucken schlecht wurde und ich den Becher leider gut gefüllt entsorgen musste. Und ich mag es überhaupt nicht, Lebensmittel zu entsorgen! Seither verspüre ich keinerlei Bedürfnis mehr danach, ihn nochmals zu probieren. Also ist eine selbstgemachte Variante sicherlich die beste Alternative. LG fraujupiter
PS: Gläser gab es nicht. Und der Deckel war draufgeschweißtes Plastik, das mühevoll mit dem dicken Strohhalm durchstoßen werden musste.

FTSHA+WOL hat gesagt…

Bin ich froh, dass es bei mir in der Nähe einen Laden gibt, der Bubble Tea viel 'traditioneller' macht.. Da kommen die Tapioka Perlen nicht mal in nen Sirup.. und außerdem ist er mit Soyamilch :DDD Achja und laute musik gibz da auch nicht..nur chinesisches Fernsehen ^^ und ..der Bubble Tea schmeckt viiiiel besser, denn den den jetzt alle so toll finden kann ich nicht leiden.. viel zu süß!!!

Anonym hat gesagt…

Also ich find den nicht so süß, bei BobaQ gibt's ja grünen oder schwarzen Tee als Grundlage , nicht nur Aromasirup.

Ich war aber neulich in nem anderen Laden und hab mir Matcha Tee -mit ganz wenig Zucker- und Tapioka Perlen (waren in Karamell Sirup eingelegt, hoffe der ist immer vegan) geben lassen. Die wollte mir das schon nicht verkaufen, weil Matcha mit Tapioka nicht schmecke, die meinten zuerst können wir nicht machen :D


Normalerweise gibt's den Matcha dort nur mit Milch (Matcha Latte).

Mit den Folien weiß ich nicht ob die so giftig sind, müssen ja auch gewisse Anforderungen erfüllen, da isst sehr streng wenns um Lebensmittel geht und auf dem Plastikbecher steht auch die entsprechende Nummer des Kunststoffs. Da isst nicht ungifter als die Beschichtung von ner Konservendose oder nem Kaffebecher wenn ihr unterwegs einen trinkt.

Glaube diese Folienversiegelungsmachienen für deren Becher kommen direkt aus China oder Japan. Sehen ziemlich teuer aus.

birrrd hat gesagt…

Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, wie diese Tapioka-Kugeln schmecken bzw. sich anfühlen.. Ist das als würde man Kuchenstückchen oder Griessbrei im Mund haben? Oder lässt sich das mit was anderem vergleichen???

Fräulein.Kunterbunt hat gesagt…

Das ist ja eine geniale Idee, dass einfach mal selbst zu machen! :)

Schau doch mal auf meinem Blog vorbei, wenn du magst.
Ich habe dir einen Award verliehen.

Liebe Grüße, Laura :)

La La hat gesagt…

Cool, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen :) Obwohl ich durchaus für Neues aufgeschlossen bin war mir dieser Trend irgendwie suspekt. Sah schon sehr ungesund aus. Und was Tapioka ist, wusste ich auch nicht :D Aber wenn ich im Asiashop so Kugeln finde, probiere ich das auch mal aus!

Birdie hat gesagt…

Also ich finde die fertigen Tapioka-Perlen sind am ehesten mit Gummibärchen mit "Kern" zu vergleichen. Ich find sie schleimig-lecker. Mangeld dickem Strohhalm löffle ich meinen Selbstgemachten Bubble-Tea, das ist ein bisschen wie Tee mit Kandis trinken und den Kandis dabei aus der Tasse Löffeln bevor er schmilzt, nur eben mit anderer Konsistenz.

Gerade in China und Japan wird ja nicht ganz so streng auf die Art des Plastiks geachtet. Aber wie auch immer, es ist jedenfalls ne Menge Müll die da Produziert wird und letztlich in unseren Meeren landet. Und Coffee-to-go versuche ich aus dem gleichen grund zu vermeiden. Nicht immer, ich bin ja kein Gott, aber eben vermeiden wenn es geht.

Anonym hat gesagt…

Was die Art des Plastiks in Japan angeht wär ich da nicht so sicher. Es ist ein Industrieland mit vielen Umweltgesetzen - Im Gegensatz zu China wo es kaum Auflagen gibt - Aber es gibt aufjedenfall Auflagen was man hier verwenden darf und was nicht.

Mein Becher Besteht z.B. aus PP 05 = Polyprophylen, ein Gas das bei der Erdölgewinnung als Nebenprodukt entsteht und für diesen Kunststoff verbraucht man 2/3 der weltweiten vorkommen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Polypropylen

Aber der Kunststoff selber scheint unbedenklich zu sein, er ist Fettfest, Spuckefest etc. , also auch wenn ich Kunststoff gern ganz vermeiden würde, kann man sagen das es im Lebensmittelbereich die strengsten Auflagen gibt was die Art des verwendeten Kunststoff angeht.

Birdie hat gesagt…

Dass die Becher aus PP bestehen ist in der Tat eine gute Nachricht, das ist derzeit der unbedenklichste Kunststoff.
http://foodnfotos.blogspot.de/2011/03/das-plastikproblem-was-davon-ist.html

Dennoch bleibt das Problem mit dem Müll.

Anonym hat gesagt…

Hab gerade den Natur Bund Newsletter bekommen, ziemlich erschreckend ....

http://www.bund.net/themen_und_projekte/chemie/chemie_und_gesundheit/krank_durch_chemikalien/hormonelle_schadstoffe/

Anonym hat gesagt…

Die Becher für den Bubble Tea aus dem einen Laden kommen übrigens wirklich extra dafür aus China, sind Chinesische Schriftzeichen auf dem Boden geprägt.

Irgendwie vollkommen unnütz das wir Verpackungsmaterial extra aus china importieren.

Anonym hat gesagt…

Also ich find das Zeug unglaublich widerlich. Keine Ahnung, was alle daran finden. Das schmeckt einfach nur nach Plastik und nichtmal süß. Und diese Tapiokaperlen find ich eklig :D
Hab ich null Verständnis für, für das Zeug :D Deine Variante schmeckt bestimmt besser :)

LG Leo

Birdie hat gesagt…

Danke für den Link anonym!

@Leo: Ist ja immer alles Geschmackssache. Ich finde es jedenfalls lustig, aber eben nicht lustig genug um mich da 30 Minuten für anzustellen. Dann lieber ab und zu selbermachen.

Anonym hat gesagt…

Wo steht man denn dafür 30 min an ?

Selbst wenn du den in Düsseldorf auf der Immermannstarße holst geht's etwas schneller, besonders Abends bist du innerhalb von 5 min dran.

Birdie hat gesagt…

Hier in Heidelberg ist der Laden nachmittags und am Wochenende immer total überfüllt, da dauert das so lange.

amala hat gesagt…

ich habe letzte woche das erste mal bubble tea getrunken (grüntee zitrone mit orangen-bubbles) und fand den auch eher flau. gestern habe ich schwarztee-kirsch getrunken, das war köstlich.
in karlsruhe ist der laden auch nie voll und keine laute musik. aber in anbetracht der kalorien und plastikberge werde ich so einen bubble tea wohl eher selten trinken, als "very special goodie".

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